Amprion startet Befliegungen

13.03.2023 – Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion startet im März mit Befliegungen für die Gleichstromverbindung Korridor B und die Offshore-Netzanbindungssysteme BalWin1 und BalWin2. Die Daten fließen in die Ermittlung eines Vorzugsverlaufs für die Erdkabelverbindungen anhand von Luftbildern ein.

Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion beginnt mit ersten Beflie­gungen per Kleinflugzeug für die geplante Gleichstromverbindung Korridor B sowie die Offshore-Netzanbindungssysteme BalWin1 und BalWin2. Ziel dieser sogenannten Laserscan-Befliegungen ist es, eine präzise Datengrundlage von allen landschaftlichen Merk­malen der Trassenkorridore zu erhalten. Aus den Daten wird ein 3-D-Geländemodell generiert, mit dessen Hilfe dann ein potentieller späterer Trassenverlauf gefunden werden soll. Die Milan Geoser­vice aus dem brandenburgischen Spremberg wird für bis zu zehn Flugtage im Korridor-B-Projektgebiet NRW, Niedersachsen, Bre­men und Schleswig-Holstein mit einem zweimotorigen Kleinflug­zeug in einer Höhe von rund 400 m unterwegs sein. Die Beflie­gung für BalWin1 und BalWin2 in Niedersachsen und NRW über­nimmt die Hansa Luftbild AG.

Die Befliegung umfasst für Korridor B die Vorschlagstrassenkorri­dore der Vorhaben 48 und 49 sowie Korridoralternativen. Für Bal­Win1 und BalWin2 wird das gesamte Trassenkorridornetz erkun­det. Diese Winterbefliegung findet nur bei geeigneten Witterungs­bedingungen statt. So darf die Bildqualität nicht durch Wolken, Wolkenschatten, Nebel oder Dunst beeinträchtigt sein. Das Beflie­gungsgebiet muss frei von Hochwasser, Schnee, Raureif, Eis und großflächigem Rauch sein.

Im zweiten Schritt erfolgt dann im Spätsommer, vor dem Erntebe­ginn, eine Sommerbefliegung ausschließlich für Korridor B. Diese steht im Zusammenhang mit der archäologischen Erkundung, die im Rahmen der Planungen für Korridor B durchgeführt werden muss.

Weitere Informationen zu den Projekten und Trassenkorridoren fin­den Sie unter www.korridor-b.net oder  offshore.amprion.net.

Das Gleichstromprojekt Korridor B

Korridor B umfasst die beiden seit 2021 im Bundesbedarfsplange­setz (BBPlG) verankerten Leitungsbauvorhaben Heide/West – Pol­sum (Nr. 48) und Wilhelmshaven – Hamm (Nr. 49). Die Vorhaben werden in Höchstspannungsgleichstrom-Technologie (HGÜ) mit einer Nenngleichspannung von 525 Kilovolt umgesetzt. Amprion plant Korridor B vorrangig als Erdkabel. Die Übertragungskapazität beträgt insgesamt vier Gigawatt elektrische Leistung (ohne Leer­rohrsysteme).

Die Entfernung zwischen den Netzverknüpfungspunkten Heide/West und Polsum beträgt rund 440 Kilometer. Die Netzver­knüpfungspunkte Wilhelmshaven und Hamm sind rund 270 Kilo­meter voneinander entfernt. Das Netz möglicher Trassenkorridore verläuft durch Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen.

Die Offshore-Netzanbindungssysteme BalWin1 und BalWin2

Die beiden geplanten Offshore-Netzanbindungssysteme BalWin1 und BalWin2 verbinden Windparks in der Nordsee mit dem Über­tragungsnetz an Land. Sie werden sowohl auf der Land- als auch auf der Seeseite größtenteils parallel zueinander installiert. Beide Projekte können jeweils eine Leistung von 2.000 Megawatt über­tragen. Das entspricht zusammen dem Bedarf von etwa 4 Millio­nen Menschen. Sie sollen 2029 und 2030 in Betrieb genommen werden. Von den Nordsee-Windparks aus verlaufen die Kabel zu­nächst 155 bzw. 165 Kilometer auf See. Sie unterqueren die Insel Norderney und erreichen im Bereich Hilgenriedersiel die Küste. Auf dem landseitigen Teil von BalWin1 und BalWin2 werden etwa 205 bzw. 215 Kilometer Erdkabel verlegt. Um zu ihren jeweiligen Netzverknüpfungspunkten in Wehrendorf (BalWin1) und Wester­kappeln (BalWin2) zu gelangen, werden sich die Vorhaben auf dem letzten Teil der Strecke trennen.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Florian Zettel
Florian Zettel
Projektsprecher, Abschnitt Nord: Schleswig-Holstein und Niedersachsen (Elbe-Weser)
Oliver Smith
Oliver Smith
Projektsprecher, Abschnitt Mitte: Niedersachsen (Weser-Ems)
Tobias Schmidt
Tobias Schmidt
Projektsprecher, Abschnitt Süd: Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen (Ems-Lippe)
Stefan Sennekamp
Stefan Sennekamp
Projektsprecher, Region Niedersachsen