Wenn an der deutschen Nordseeküste viel und im Ruhrgebiet nur wenig Strom im Netz ist, springt ab Anfang der 2030er Jahre Korridor B ein. Voraussetzung ist, dass die Gleichstromleitung in das bestehende Wechselstromnetz eingebunden wird.

Grafik vergrößern

Korridor B wird als Gleichstromverbindung umgesetzt. Das hat den Vorteil, dass nur geringe Übertragungsverluste entstehen. Für den Anschluss an das bestehende Wechselstromnetz braucht es an den Start- und Endpunkten Konverter. Diese Anlagen wandeln den Wechsel- in Gleichstrom und umgekehrt. Wie aber kommt der Strom zum Konverter beziehungsweise hinaus Richtung Netz? Der Weg führt über den sogenannten Wechselstrom-Anschluss. Im Gegensatz zu den Gleichstromverbindungen von Korridor B, die als Erdkabel verlaufen, wird der vergleichsweise kurze Anschluss zwischen Konverter und Netzverknüpfungspunkt als Freileitung gebaut – und somit sichtbar sein. Grund für die unterschiedlichen Bauweisen sind jeweils eigene gesetzliche Vorgaben für Gleichstromprojekte und Wechselstrom-Verbindungen.

Anbindungskorridor

Bereits die Bundesfachplanung bereitet den Weg für die Anbindung. Im südlichen Teil des Vorhabens 49 ist dies bereits geschehen: Die Bundesnetzagentur hat mit dem Vorzugskorridor für den ersten Genehmigungsabschnitt zwischen dem Kreis Steinfurt und Hamm einen Anbindungskorridor festgelegt. Er stellt das kürzeste Stück des Abschnitts dar, ist aber wie der Rest des Vorzugskorridors 1.000 Meter breit. Innerhalb dieses Bereichs plant das Projektteam nun die Freileitung vom Konverter zur Umspannanlage Lippborg, die die Tür zum Wechselstromnetz öffnet.

Weiterführende Informationen

Beitrag von Lisa-Shirin Raja, veröffentlicht am 28. August 2025