Amprion vergibt Milliardenauftrag an Kabelhersteller Sumitomo Electric

Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat durch die Auftragsvergabe und ein Partnerschaftsabkommen mit dem japanischen Unternehmen Sumitomo Electric die Kabelkapazitäten für Teile seiner Energiewende-Projekte Korridor B und Rhein-Main-Link gesichert. Die Produktionskapazitäten mit einem Gesamtvolumen von über 3 Milliarden Euro sollen in Deutschland aufgebaut werden.

​Im Beisein von Michael Kellner, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und Rudi Hoogvliet, Staatssekretär und Bevollmächtigter für Baden-Württemberg beim Bund, unterzeichneten die beiden Unternehmen Amprion und Sumitomo Electric die Verträge in Berlin. „Stromautobahnen sind entscheidend für die deutsche Energiewende und die Transformation unserer Wirtschaft. Durch den Bezug von Höchstspannungs-Gleichstrom-Kabeln aus deutscher Produktion leistet Amprion einen Beitrag zur Stärkung unserer Wirtschaft sowie zu unserer strategischen und energiepolitischen Souveränität,“ sagte Kellner.

Hoogvliet unterstrich: „Unsere Energieinfrastrukturen zu erneuern und auszubauen, ist eine zentrale Aufgabe der kommenden Jahre. Dieser große Auftrag von Amprion zeigt, dass die Energiewende auch ein Schlüssel für neues, grünes wirtschaftliches Wachstum in Baden-Württemberg und darüber hinaus ist.“

„Die Auftragsvergabe und das Partnerschaftsabkommen mit Sumitomo Electric sind für Amprion von entscheidender Bedeutung, um die Projekte Korridor B und Rhein-Main-Link termingerecht umzusetzen und somit einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele zu leisten“, betonte Dr. Hendrik Neumann, CTO von Amprion. „Wir freuen uns, mit Sumitomo Electric einen Partner gefunden zu haben, der umfangreiche Produktionskapazitäten in Deutschland aufbaut. Dies fördert nicht nur die regionale Wertschöpfung, sondern bietet dank der kurzen Transportwege auch die nachhaltigste Lösung für die Umsetzung unserer Projekte“, so Neumann.

Die Auftragsvergabe für das Vorhaben 49 der Gleichstromverbindung Korridor B sowie das Preferred Supplier Agreement (PSA) für einen Teil des Rhein-Main-Links, bieten beiden Unternehmen über einen Zeitraum von zehn Jahren Planungssicherheit. Sumitomo Electric kündigte eine Mehrheitsbeteiligung an dem in Deutschland ansässigen renommierten Hersteller Südkabel an und wird dessen Produktionskapazitäten in Mannheim ausbauen, um vor Ort 525-kV-HGÜ-Kabel der höchsten Leistungsklasse zu produzieren.

Masaki Shirayama, Managing Director von Sumitomo Electric sagte: „Ich freue mich, von Amprion als Kabelpartner für zwei große HGÜ-Projekte ausgewählt worden zu sein, zusätzlich zu dem im Bau befindlichen A-Nord-Projekt. Mit der Übernahme von Südkabel können wir unsere Aktivitäten in Deutschland vollständig lokalisieren, um Amprion und die Energiewende im Land zu unterstützen. Zusammen mit unserer neuen Seekabelfabrik, die derzeit in Schottland gebaut wird, werden wir unsere Kompetenzen im Bereich der Hochspannungskabel in der Region weiter verstärken und ausbauen.“

Der Auftrag vom Amprion umfasst Kabel für die rund 300 Kilometer lange Verbindung V49 des Gleichstrom-Projekts Korridor B zwischen den Umspannanlagen Wilhelmshaven in Niedersachsen und Hamm in Nordrhein-Westfalen.

Das unterzeichnete PSA sieht vor, dass die Parteien über die Vergabe für Teile des Projekts Rhein-Main-Link verhandeln, mit dem Ziel, die endgültigen Verträge bis zum 1. Juni 2026 abzuschließen. Sumitomo verpflichtet sich, die erforderlichen Produktions- und Installationskapazitäten bis zu dem genannten Datum zu reservieren.

Die Erdkabelverbindung Rhein-Main-Link ist eines der zentralen Netzausbauprojekte der Energiewende. Der leistungsstarke Energiekorridor wird voraussichtlich ab dem Jahr 2033 bis zu 8 Gigawatt grünen Windstrom direkt nach Hessen bringen und dort die Wirtschaftsregion Rhein-Main stärken.

Joana Niggemann
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Joana Niggemann
Pressesprecherin