Planungsmethode

Korridor B wird voraussichtlich Anfang der 2030er Jahre in Betrieb gehen. Frühzeitig und noch vor Aufnahme der Vorhaben in das Bundesbedarfsplangesetz hat das Projektteam im Sommer 2020 mit den Planungen begonnen. Die grundsätzliche Vorgehensweise bei solchen Leitungsbauvorhaben ist es, vom Großen ins Kleine zu denken und zu planen. Entsprechend steht vor detaillierten Planungen eine weiträumige Betrachtung der von Korridor B betroffenen Regionen an.

"Stammstrecke" als Besonderheit

Bei Korridor B sind mit Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen vier Bundesländer betroffen. Für die Planung ist eine Besonderheit entscheidend: Das Projekt besteht aus zwei Vorhaben, die sich ungefähr in der Mitte kreuzen. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, die Erdkabel teilweise parallel in einer sogenannten Stammstrecke zu führen.

Mehr dazu erklärt Arndt Feldmann, Gesamtprojektleiter von Korridor B, im Video:

Schritt für Schritt Richtung Trassenkorridor

Die Planungen für Korridor B haben damit begonnen, im Raum zwischen den Netzverknüpfungspunkten (NVP) zahlreiche Daten etwa zu Natur- und Wasserschutzgebieten oder zur ländlichen Entwicklung bei Behörden und Landkreisen abzufragen. Weitere Anregungen und Hinweise nehmen wir fortlaufend in Informations- und Gesprächsrunden mit Trägern öffentlicher Belange sowie allen Interessierten auf.

Anhand der ausgewerteten Daten konnten wir den Planungsraum bereits wesentlich eingrenzen. So wurde aus dem großzügigen „Datenvorhalteraum“ der sogenannte strukturierte Untersuchungsraum. Er berücksichtigt bereits Wohnbebauung, Natur- und Wasserschutzgebiete.

Alternativen untersuchen und bewerten

Im nächsten Schritt erarbeiten wir innerhalb dieses Raumes Vorschläge für geeignete 1.000 Meter breite Trassenkorridore. Unser Ziel: Die Belastungen für Mensch und Umwelt so gering wie möglich halten

Das Ergebnis ist ein Netz aus möglichen Trassenkorridoren. Den aus unserer Sicht am besten geeigneten Verlauf – der „Vorschlagskorridor“ – sowie mögliche alternative Korridore gehen in unserem Antrag auf Bundesfachplanung an die Bundesnetzagentur als zuständiger Genehmigungsbehörde.

Detailplanung

Nachdem die Bundesfachplanung einen verbindlichen Trassenkorridor festgelegt hat, gehen die Planungen weiter ins Detail. Unser Ziel ist es, einen konkreten Trassenverlauf herauszuarbeiten. Dafür ist beispielsweise das Wissen aus Voruntersuchungen von Flora und Fauna genauso wichtig wie die Kenntnis von Bebauungsplänen oder Besonderheiten des Baugrunds.

Im Video gibt es eine hilfreiche Zusammenfassung, wie das Projektteam von Korridor B zum Vorschlagtrassenkorridor kommt: